Wurfstatistik Großspitze innerhalb und außerhalb des VDH 2010 bis 2024
Die Daten basieren auf den Meldungen der Datenbank für Deutsche Spitze.
Startpunkt ist das Jahr 2010, zu dem sich die sog. Dissidenzzucht der Spitze vereinsmäßig in Deutschland etabliert hat. Der Zeitraum beträgt somit 15 Jahre.
Zunächst ein Überblick über die Zahlen im Einzelnen:

Hinsichtlich der Entwicklung allgemeiner Zuchtzahlen ergibt sich in der Gegenüberstellung der Wurfzahlen von VDH und Dissidenz folgendes Bild:


Die Wurfzahlen sind gestapelt, die Gesamtzahl ergibt sich also aus der Summe und ist an der Obergrenze abzulesen.
(Wenn gute Zucht jahrzehntelang von schlechten Leuten verhindert wird, lässt sich das auch in Zahlen ausdrücken – wie gut, dass es inzwischen Alternativen gibt, die das Aussterben der Spitze verhindern können!)
Die Entwicklung der Welpenzahlen liefert ein ähnliches Muster, zeigt allerdings geringe Abweichungen, die durch unterschiedliche Wurfgrößen bedingt sind:


Die Zahlen für Wurfgröße und Anzahl extrem kleiner Würfe (< 3 Welpen) werden gesondert aufgeführt, da sie nicht nur ein Geburtsrisiko darstellen, sondern gleichzeit Kenngröße für Vitalität der Zuchtpopulation sind.
Dabei wurden im VfDSp (VDH) keine spezifischen Auffälligkeiten oder Schwerpunkte festgestellt – bei den Dissidenzvereinen waren auffällig zwei Zwinger des ORV, die regelmäßig Würfe mit nur einem oder zwei Welpen melden. Hier kann also nur eine Empfehlung an den ORV gegeben werden, die dortigen Zucht- und Haltungsbedingungen vielleicht zu überprüfen oder ggf. Unterstützung anzubieten! Für die Statistik erfolgte anschließend eine Bereinigung der Daten.


Wie aus der obigen Tabelle ersichtlich, wurden für beide Populationen Summenwerte errechnet, die für den Gesamtzeitraum von 15 Jahren gemittelt wurden. Für die Wurfstärken ergab sich daraus ein gemeinsamer Mittelwert von durchschnittlich 5,1 Welpen/Wurf und ein prozentualer Anteil extrem kleiner Würfe an der Gesamtzahl der Würfe von 13,02 %.
Im langfährigen Mittel liegt die Wurfstärke im VfDSp mit einer Abweichung von 0,26 deutlich unter der mittleren Wurfstärke der Gesamtpopulation, allerdings sind kleine Würfe etwas seltener als in der Gesamtpopulation. Hier gibt es einen offensichtlichen Zusammenhang zwischen Abnahme der Wurfstärke und im gleichen Zeitraum ansteigender Zunahme von Ein-, bzw. Zweifrüchtigkeit – ein eindeutiges Problem der Vitalität der Zuchtpopulation!
In den Dissidenz-Zuchtvereinen ist das Verhältnis genau umgekehrt: Die Wurfstärke liegt mit einer Abweichung von 0,38 für den Gesamt-Zeitraum klar über der durchschnittlichen Wurfstärke der Gesamtpopulation, allerdings sind extrem kleine Würfe prozentual auch etwas häufiger. Nach anfänglichen (zu erwartenden) Problemen mit sehr kleinen Würfen scheint sich die Häufigkeit aber einzupendeln. Es zeigen sich keine Übereinstimmungen zwischen Wurfstärke und der Häufigkeit von Ein- und Zweifrüchtigkeit. Zumindest aus statistischer Sicht sind also die Ursachen hier weniger in der Vitalität der Zuchtpopulation zu suchen (was natürlich nicht bedeutet, dass man dies nicht beobachten müsste!)
Die Werte für die jeweiligen Jahre können aus den Diagrammen abgelesen werden.
Die in der Datenbank vorliegenden Zahlen können in dieser Form jedoch keine Aussage liefern zum sog. „Leerbleiben“ der Hündinnen, welches in den meisten Fällen kein echtes Leerbleiben darstellt, sondern auf der Resorption nicht lebensfähiger Feten beruht, noch geben die Zahlen Auskunft über totgeborene oder früh-verstorbene Welpen. Dieser Aspekt lässt sich daher nicht darstellen, muss aber in der Praxis berücksichtigt, also innerhalb der Zuchtvereine thematisiert werden,

